Manche Menschen wirken nach den langen Lomi Lomi Massagen nicht nur entspannter. Sie wirken heller. Ihre Augen werden klarer. Der Blick wird weicher. Sie erscheinen präsenter und mehr bei sich selbst.
Als ich mich intensiver mit den hawaiianischen Wurzeln der Lomi Lomi beschäftigte, begegnete mir ein Bild, das genau dieses Phänomen beschreibt.
Die Hawaiianer sprechen von der Bowl of Light – der Schale des Lichtes. Für mich ist sie ein wunderschönes Sinnbild für die Lebenskraft eines Menschen.
Beginn unseres Lebens gleicht dieses Licht einem kleinen Funken. Zart. Empfindlich. Voller Möglichkeiten. Durch Liebe, Geborgenheit, Berührung und nährende Erfahrungen wird dieser Funke genährt. Er wächst. Aus dem Funken wird ein Licht. Aus dem Licht wird ein Leuchten.
Doch das Leben hinterlässt Spuren. Wir erleben Enttäuschungen. Verluste. Ängste. Stress. Verletzungen. Wir beginnen festzuhalten. Gedanken kreisen. Der Atem wird flacher. Muskeln spannen sich an. Faszien verlieren an Geschmeidigkeit. Das Nervensystem bleibt wachsam.
Immer mehr Energie wird gebunden.
Ein großer Teil unserer Lebenskraft wird damit beschäftigt, Schutzmuster aufrechtzuerhalten.
Das Licht verschwindet dabei nicht.
Es bleibt vorhanden. Doch sein Leuchten tritt langsam in den Hintergrund. Vielleicht liegt genau darin der Grund, warum Berührung, Massage, Tanz, Atemarbeit und Rituale in vielen alten Kulturen einen so hohen Stellenwert hatten. Sie halfen dem Menschen dabei, wieder in den Fluss zu kommen. Sie erinnerten ihn daran, was unter all den Spannungen und Schutzschichten noch immer vorhanden ist.
Als ich tiefer in die hawaiianischen Überlieferungen eintauchte, wurde mir klar, dass Massage dort weit mehr war als eine Methode zur Entspannung oder zur Linderung von Beschwerden. Die oft stunden- oder sogar tagelangen Massagerituale hatten einen anderen Sinn.
Menschen wurden begleitet, wenn große Veränderungen bevorstanden. Wenn neue Aufgaben auf sie warteten. Wenn Verantwortung übernommen werden sollte. Wenn ein neuer Lebensabschnitt begann.
Massage war dann nicht nur Entspannung. Sie war Vorbereitung. Vorbereitung auf Veränderung. Auf Wachstum. Auf neue Aufgaben im Leben.
Besonders beeindruckt mich die Überlieferung, dass zukünftige Führungspersönlichkeiten über viele Stunden und mehrere Tage massiert wurden. Nicht weil sie krank waren. Nicht weil etwas repariert werden musste. Sondern weil man davon ausging, dass ein Mensch zunächst mit sich selbst im Einklang sein sollte, bevor er Verantwortung für andere übernimmt.
Vermutlich lag genau darin die Weisheit dieser alten Rituale. Man versuchte, diese Menschen in einen Zustand innerer Klarheit, Ausgeglichenheit und Verbundenheit zu bringen.
Vielleicht wurde genau das in den alten Überlieferungen als das innere Licht beschrieben.
Mit jeder gelösten Spannung wird Energie frei. Alte Schutzmuster verlieren an Bedeutung. Die frei werdende Kraft steht wieder für Wahrnehmung, Lebendigkeit, Kreativität und innere Klarheit zur Verfügung.
Nach großen Massagen beobachte ich genau das immer wieder.
Menschen wirken wacher, präsenter, klarer und lebendiger. Es scheint, als würde weniger Energie für das Festhalten benötigt und mehr Energie für das Leben selbst zur Verfügung stehen. Das Licht beginnt wieder durchzuscheinen.
Weil weniger Energie für das Festhalten benötigt wird. Weil alte Spannungen ihren Griff verlieren. Weil wieder mehr Kraft für Wahrnehmung, Lebendigkeit und das Leben selbst zur Verfügung steht.
Das Licht war nie verschwunden.
Es wurde lediglich von Schichten aus Anspannung, Schutz und alten Erfahrungen verdeckt. Vielleicht besteht die eigentliche Kunst des Loslassens nicht darin, jemand anderes zu werden, sondern wieder sichtbar werden zu lassen, was schon immer in uns vorhanden war.
Schreib uns deinen Wunschtermin und lass dich lomisieren.
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